|
Analyse
der Unternehmenskultur in mittelständischen Unternehmen
Institut für Pädagogische Psychologie und Empirische Pädagogik
Ludwig-Maximilians-Universität München
Magisterarbeit
im Studienfach Pädagogik vorgelegt im April 2001von:
Robert Bläß - Note: 1,2
Referent: Prof. Dr. Heinz Mandl
Exemplarische Darstellung eines Werteanalyseverfahrens und Werteentwicklungsprozesses
- das Hall-Tonna Inventory - unter Berücksichtigung eines systemorientierten
Ansatzes der Unternehmenskultur als Subsystem einer Gesellschaft.
Auszug
aus der Magisterarbeit für Interessierte
- Methode und Verfahren -
Abstract
Unter
einer systemtheoretischen Sichtweise wird in dieser sozialwissenschaftlich-pädagogischen
Arbeit Unternehmenskultur als ein System von Werten aufgefasst. Der theoretische
Hintergrund zeigt funktionalistische und interpretative Ansätze der
Unternehmenskulturforschung auf, sowie Ansätze, welche Aspekte aus
beiden Sichtweisen integrieren. Daraus abgeleitet werden die zentralen
Inhalte von Unternehmenskultur aufgeführt. Die Bedeutung von Werten
im Unternehmen wird unter Berücksichtigung von gesellschaftlicher
und individueller Werteentwicklung dargestellt. Werte sind dabei gewählte
Prioritäten, welche sich in dem Verhalten von Personen wiederspiegeln
sowie deren Sicht von der Welt aufzeigen. Ein darauf aufbauendes empirisches
Instrument, das Hall-Tonna Inventory, wird vorgestellt, welches dazu geeignet
ist, im Rahmen eines umfassenden Prozesses Werte im Unternehmen zu entwickeln.
Exemplarisch werden an einem mittelständischen Unternehmen Analysemöglichkeiten
auf drei Ebenen aufgezeigt: auf der individuellen Ebene, der Teamebene
und der Ebene der Organisation.
In this socio-pedagogical
work corporate culture is understood as a link between values theory and
systems-thinking. The hypothesis of the discussion of corporate culture,
the theoretical background presents both the functionalist and interpretive
paradigms, as well as interrelationship of both of the two as a third
paradigm, wherein elements from the functionalist and interpretive approaches
are integrated. Derived from these three paradigms, the main themes of
corporate culture are presented. The significance of values is represented
in taking the societal and individual development of values into consideration.
These values are thereby selected prioritizations, which are pin-pointed
in the individuals' behavior as well as in how the individual perceives
the world. The methodological approach, the Hall-Tonna Inventory, was
used to focus specifically in the area of values measurement through a
measurement framework that can be used as the basis for an organizational
transformation process that alter the operating paradigm of the organization
to make it more aligned and efficient. A case study in a middle-sized
company is used to show both the analysis and values deployment process,
called cascade process, at the following three levels: the individual
level, the team level and the organization level.
Anmerkungen
zum Urheberrecht
In dieser
Arbeit wird ein Beratungsprozess zur Analyse der Unternehmenskultur in
einem mittelständischen Unternehmen vorgestellt, der eine Werteanalyse
und -entwicklung exemplarisch darstellt. Zum Einsatz kam das Hall-Tonna
Inventory. Alle Daten und Informationen zum Hall-Tonna Inventory und die
entsprechenden Werteprofile des Unternehmens: XXX GMBH sind urheberrechtlich
geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des
Urheberrechts ist ohne Zustimmung von:
eCultureTeam.com
Elisabeth Sundrum
Hochstrasse 19 A
81669 München
unzulässig
und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen,
Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeisung und Verarbeitung
in elektronischen Systemen.
.
top

|
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Unternehmenskultur
1. Vorüberlegungen
1.1. Klärungsversuche
1.2. Abgrenzungen
1.2.1. Arbeitszufriedenheit und Unternehmenskultur
1.2.2. Betriebsklima und Unternehmenskultur
1.2.3. Organisationsklima und Unternehmenskultur
1.2.4. Organisationsphilosophie und Unternehmenskultur
1.2.5. Corporate Identity und Unternehmenskultur
1.2.6. Informale Organisation und Unternehmenskultur
1.2.7. Organisationsentwicklung und Unternehmenskultur
1.2.8. Organisationales Lernen und Unternehmenskultur
2. Ansätze zur Unternehmenskultur
2.1. Unternehmenskultur als Gestaltungsvariable
2.1.1. Thomas J. Peters und Robert H. Waterman (1982):
Auf der Suche nach Spitzenleistungen.
2.1.2. Terrence Deal und Allan Kennedy (1982): Unternehmenserfolg durch
Unternehmenskultur
2.1.3. Kritik an der Sichtweise: Unternehmenskultur als Variable
2.2. Unternehmenskultur als Metapher
2.2.1. Edgar H. Schein (1985): Unternehmenskultur
2.2.2. Kritik an der Sichtweise: Unternehmenskultur als Metapher
2.3. Ansätze unter Berücksichtigung beider Forschungsrichtungen
2.3.1. Sonja A. Sackmann (1990): Unternehmenskultur als dynamisches Konstrukt
2.3.2. Edmund Heinen (1987): Ein Ansatz aus der entscheidungsorientierten
Betriebswirtschaftslehre
2.3.3. Systemtheoretische Perspektive von Unternehmenskultur
3. Inhalte von Unternehmenskultur
3.1. Ziele des Unternehmens
3.2. Unternehmensorganisation
3.3. Motivation der Mitarbeiter
3.4. Kommunikation und Information
3.5. Lernen im Unternehmen
3.6. Führung
4. Werte
4.1. Werte in der Unternehmenspraxis
4.2. Wertetheorien
4.3. Werte und evolutionärer Perspektivenwechsel
4.3.1. Das Agrarzeitalter
4.3.2. Das Industriezeitalter
4.3.3. Das Informationszeitalter
4.3.4. Das Wissenszeitalter
4.3.5. Menschenbilder
4.4. Werte und Wertewandel
III. Analyse von Werten
1. Grundlagen zum Untersuchungsinstrument
1.1. Hintergrund und Entstehung
1.2. The Genesis Effect
1.3. Werteentwicklung
1.3.1. Vier Phasen der individuellen Werteentwicklung
1.3.2. Weitere Aspekte von Werten
1.3.3. Organisationale Werteentwicklung
2. Analyse von Werten in einem mittelständischen Unternehmen
2.1. Das mittelständische Unternehmen: ABC GmbH
2.2. Ausgangssituation und Zielsetzungen der Analyse bei dem Unternehmen:
ABC GmbH
2.2.1. Ausgangssituation
2.2.2. Zielsetzungen und Untersuchungsdesign
2.3. Methode
2.4. Werteentwicklung auf drei Ebenen im Unternehmen
2.5. Ergebnisse
IV. Zusammenfassung und Ausblick
V. Literatur
Anhang A: Hall-Tonna Inventory: Grundlagen und Methode (separat gebunden)
Anhang B: Ergebnisse (separat gebunden)
top

|
2.3. Methode
|
Instrument
Die Daten für
die Untersuchung bezüglich der Werte in dem Unternehmen die
xxxx GmbH wurden mit dem Hall-Tonna Inventory erhoben. Das Hall-Tonna
Inventory beinhaltet zwei verschiedene Fragebögen: Ein Fragebogen
mit 125 Fragen (siehe Anlage A17: Hall-Tonna Werte-Bestandsaufnahme:
Fragebogen mit 125 Fragen) ist dazu geeignet, einerseits ein individuelles
Profil sowie ein Gruppenprofil zu erstellen. Der Fragebogen mit
63 Fragen (siehe Anlage A18: Hall-Tonna Werte-Bestandsaufnahme:
Fragebogen mit 63 Fragen) lässt keine individuellen Rückschlüsse
zu und kann dementsprechend nur dazu verwendet werden, ein Gruppenprofil
oder ein Profil einer gesamten Organisation darzustellen. Beide
Fragebögen zeigen inhaltlich den gleichen Aufbau: Der erste
Teil spricht die langfristigen Ziele, sowie auch die Themen, die
für die jeweilige Person derzeit eine große Bedeutung
aufweisen, an. Der zweite Teil erfasst die Fähigkeiten und
Fertigkeiten der jeweiligen Personen. Alle Fragen werden in Form
von Multiple-Choice-Fragen gestellt. Bei jeder Frage soll eine von
vier Antwortalternativen ausgewählt werden, welche für
die Person derzeit am besten zutrifft. Jede Antwortmöglichkeit
repräsentiert einen bestimmten Wert. Durch die Abfrage von
verschiedenen Kombinationen dieser Möglichkeiten können
Prioritäten der Werte gemessen werden. Jede Antwortmöglichkeit
erscheint vier mal in dem 125er Fragebogen und zwei mal in dem 63er
Fragebogen, jedoch stets in einer anderen Kombination mit anderen
Antworten. Es ist zusätzlich jeweils die Möglichkeit "derzeit
nicht zutreffend" gegeben.
Für die
Auswertung der Fragebögen hat Hall mit seinen Mitarbeitern
ein spezielles Computerprogramm (Hall-Tonna Inventory of Values,
1993) entwickelt, welches die Auswertung in Form von bestimmten
Berichten möglich macht. Daraus wird die Komplexität von
Werten auf den drei Ebenen (individuell/Team/Organisation) ersichtlich.
Auf diese Weise kann die mehrdimensionale Analysemöglichkeit
mit dem Hall-Tonna Inventory aufgezeigt werden. Das Instrument liegt
auch in der deutschen Sprache vor. Da im folgenden alle Computerausdrucke
zu einem Profil gezeigt werden, wird aus Gründen der Einheitlichkeit
die englische Version eingesetzt.
Zu diesem Instrument
sind umfangreiche Validitäts- und Reliabilitätsstudien
durchgeführt worden. Diese beziehen sich einerseits auf die
standardisierten Definitionen der 125 Werte und andererseits auf
die Messgenauigkeit des Fragebogens und der Auswertung mit dem Hall-Tonna
Inventory:
"Validation
is an empirical set of methods that meet APA standards and that
are used to determine whether instrumentation measures what it claims
to measure. The validation of the Hall-Tonna Inventory, which underpins
all the instrumentation we have been describing was conducted between
1985 and 1988. The validation studies where directed by Dr. Oren
Harari of the University of San Francisco. A decision was made early
in the planning state to me more thorough than any other known validity
studies on currently used instrumentation, such as the MBTI or the
MMPI. The following studies were conducted:
1. Standardization.
During the initial stages, the definitions of the 125 values were
standardized. This took approximately three month and involved a
formally conducted group session of multi-disciplined and multilingual
personnel to come to a consensus definition of each of the values
within the context of a particular stage and phase, and agreement
about whether each value was a goal or a mean value. Additionally,
each of the questions on the Hall-Tonna Inventory was rephrased
to coincide with the definition it was intended to reflect. Following
this exercise, a computer scrambled the values, and each test sheet
listed ten definitions and thirteen separate sentences, each representing
a question from the questionnaire (the HT Inventory). These were
then mailed to several hundred people, who were asked to correlate
the two groups. The results showed a correlation of more than 90
percent.
2. Reliability.
This step involved sending more than 100 questionnaires to a population
of people who were not familiar with the values inventory or the
theories related to it. They filled out the questionnaire and returned
them in a sealed envelope. The same clientele was then given another
questionnaire to fill out three weeks later, observing the same
rules. The results were then correlated, showing an average reliability
of more than 90 percent.
3. Comparison
with Other Similar Tests. A separate group of people who were not
familiar with the instrumentation was asked to simultaneously fill
out the HT Inventory and two of the following three instruments:
the Personality Orientation Inventory, the Myers-Briggs Type Indicator,
or the AVL Scale of Values. Comparative statistical analyses were
run, showing how the instrument measured similar factors on the
one hand and giving additional and different information on the
other hand. The results of this and other analyses can be found
in the Manual for the Hall-Tonna Inventory of Values by Brian P.
Hall, Oren Harari, Barbara D. Ledig, and Murray Tondow (New York:
Paulist Press, 1986).
4. Norm Studies.
The HT Inventory was administered to groups of more than 30 people
from common norm groups. Examples include genetic engineers, fireman,
marriage and family therapists, and women executives in the computer
industry. These studies identified and contrasted each group's highest
and lowest ten values priorities. The result showed that the instrument
did differentiate and measure different values in various populations.
Studies were carried out on more than thirty norm groups" (Values
Technology, 1996, S. 134-135).
|
top

|
|