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Beim Wettlauf um die besten Mitarbeiter wird die Unternehmenskultur entscheidenBDU-Logo

In den Sünden der New Economy sehen die Unternehmensberater genügend Anlass für eine Neubesinnung - Die Managementtheorien der Vergangenheit haben die Menschen sträflich vernachlässigt

Düsseldorf, 05. Oktober 2001 (bdu) - Unternehmen mit einem guten Ruf, mit Engagement für seine Mitarbeiter und einem ausgeprägten Wertesystem werden in Zukunft verstärkt die besonders qualifizierten Mitarbeiter anziehen und sich damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen. Diese Meinung vertraten Beratungsexperten des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. im Rahmen eines Pressegepräches beim BDU-Fachforum 2001 in Düsseldorf. Beim Jahreskongress des Branchenverbandes am 4./5. Oktober 2001 trafen sich rund 350 Unternehmensberater und Unternehmensver-treter, um sich über aktuelle Themen der Unternehmensführung und -organisation auszutauschen. "Das Commitment der Unternehmen zu den Mitarbeitern und umgekehrt das Commitment der Mitarbeiter zum Unternehmen, zu den Produkten und zu den Organisationsstrukturen wird zum strategischen Erfolgsfaktor", bekräftigte Timo Sieg, Vorsitzender des BDU-Fachverbandes Management und Marketing.

Viel zu lange hätten die Unternehmen - nicht zuletzt wegen des Shareholder-Value-Gebotes - die Bedeutung des Menschen im sozio-ökonomischen Beziehungsgeflecht vernachlässigt. "Unternehmen reorganisieren sich, fusionieren, werden verkauft oder vom Management selbst übernommen. Strukturen sind im Fluss. Das sind alles organisatorische Aufgaben, die ohne den Goodwill der Mitarbeiter scheitern oder verzögert werden. Nur starke Unternehmenskulturen können den Wandel reibungslos schaffen", so Sieg. Unternehmenskulturen ließen sich allerdings nicht verordnen, sie müssten vielmehr mit intelligenten und abgestimmten Instrumenten entwickelt werden. Dazu gehörten beispielsweise Workshops, Events, Gesprächskreise, Motivationsveranstaltungen oder die Möglichkeit gemeinsamer Freizeitgestaltung.

Allerdings müsse das erste und oberste Ziel in den Unternehmen sein, dass sich das unternehmensspezifische Wertesystem in den Managementstrukturen wiederfindet. Dies setze eine ausgewogene und abgestimmte Besetzung des TOP-Managements voraus. In vielen Unternehmen der New Economy seien gerade dort eklatante Fehlentscheidungen getroffen worden. "Es ist noch nicht restlos geklärt, ob man nicht nur von Nieten sondern auch von Dieben in Nadelstreifen sprechen darf", kritisierte Ralf Strehlau, stellvertretender Vorsitzender des BDU-Fachverbandes Management und Marketing, das gezeigte Managementverhalten. Unternehmen dieser Kategorie seien jedenfalls bei den guten Mitarbeitern in Windeseile tabu.

Düsseldorf, 05. Oktober 2001
Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sind zur Zeit rund 16.000 Unternehmensberater und Personalberater organisiert, die sich auf über 540 Management-, IT- und Personalberatungsfirmen verteilen. Die Mitgliedsunternehmen erzielten 2000 einen Gesamtumsatz von ca. sechs Milliarden DM (1999: 5,3 Milliarden DM). Der Marktanteil konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut werden und liegt inzwischen bei 25 Prozent.

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